“Im Spannungsfeld: Form und Farbe“ – Bilder und Plastiken von Angelika Bunke

MEINE GEDANKEN ZUM THEMA
Immer wieder wurde ich gefragt: „Woher nimmst du die Ideen für deine Arbeiten?“ Dazu sage ich, der Fundus aus mehr als sechseinhalb Jahrzehnten Lebenserfahrung ist einfach unerschöpflich…

Die gedankliche Auseinandersetzung mit den Themen, die uns alltäglich berühren, sie lässt mich unruhig werden und erzeugt in mir ein „Spannungsfeld“. Ich muss einfach diese Gedanken einfließen lassen in ein Bild, in eine Plastik. Damit fixiere ich sie, gebe ich ihnen eine andere Dimension, lasse sie erlebbar werden.

In diesem Prozess wird der Gedanke „versinnbildlicht“ – in mehrfachem Sinne vielschichtiger und inhaltsreicher. Bei dieser gestalterischen Arbeit sind Komposition, Farbe und Form immer dem Inhalt untergeordnet. So soll das „Spannungsfeld: Form und Farbe“ sowohl in den Bildern, als auch in den Plastiken erkennbar sein. Fast immer entstehen meine Arbeiten im Zusammen- spiel mit intensiver gedanklicher Vorarbeit. Auch sind diverse Skizzen und Entwürfe dabei hilfreich. Einfach nur so, mit dem Zufall spielend, ein Bild oder eine Plastik – quasi L’art pour l’art – entstehen zu lassen, ist ja auch eine Möglichkeit von künstlerischem Ausdruck, aber nicht vordergründig meine Herangehensweise.

Über viele Jahre waren Malerei und Grafik meine Favoriten, um mich künstlerisch auszudrücken. Seit 2009 konnte ich jährlich an der von Erich Sauer geleiteten Sommerakademie für Bronzekunst zunächst in Strausberg, ab 2012 dann in Ascholding bei München teilnehmen. In diesen Jahren habe ich die magische Seite des Arbeitens an Bronzeplastiken erfahren. Die dritte Dimension – der Raum – ermöglicht noch eine ganz andere Ausdruckskraft, als ein zweidimensionales Bild. Dieser Umstand hat für mich eine enorme Faszination, genauso wie das edle Material der Bronze.

Dennoch, die Aussage einer Arbeit hat für mich immer Priorität!
Wenn dann auch die Komposition, die Farbe, das Material ein „Klangbild“ ergeben, dann ist – vielleicht ein wenig knisternd – das oben angesprochene „Spannungsfeld“ entstanden…

Angelika Bunke, Januar 2017