Mühlenhaupt, Kurt

Maler, Bildhauer, Schriftsteller | am 19. Januar 1921 im Zug zwischen Prag und Berlin geboren | 1935 Beginn der Lehre als Modellbauer | 1939 – 43 Kriegseinsatz u. a. als Fallschirmspringer, zweifache Verwundung | 1943 nimmt er Unterricht an der privaten Kunstschule des Westens in Berlin  | 1946 – 48 Studium an der Hochschule für Bildende Künste bei Maximilian Debus. Teilnahme an der Ausstellung »Junge Generation« | 1948 Karl Schmidt-Rottluff lehnt ihn mit den Worten »Aus Ihnen wird nie ein Maler, Sie sind zu grau« als Schüler ab. Das Verdikt stürzt den jungen Kurt Mühlenhaupt in eine tiefe Depression | 1953 Heirat mit Frieda Conrad und Geburt der Tochter Christine; zum Lebensunterhalt züchtet er Mäuse für den Berliner Zoo | 1956 Flucht von Berlin-Karow in den Westteil der Stadt; arbeitet als Schweinezüchter, Kartoffelschalenbimmler und Leierkastenmann  | 1958 Eröffnung eines Trödels in der Blücherstraße 13 in Kreuzberg, wo er gleichzeitig seine Bilder ausstellt | 1961 öffnet die Künstlerkneipe »Leierkasten«; diese wird bald zum Treffpunkt der Westberliner Bohème, Geburt des Sohnes Carol, Reisen durch Frankreich, Spanien, Italien und Russland | 1962 vor seiner Trödelhandlung entsteht der Kreuzberger Kunstmarkt | 1965 entsteht im »Leierkasten« eine Druckwerkstatt für »die kleinen Leute« | 1968 erscheinen seine Handpressenbücher, Ausstellung im Berliner Kunstkabinett | 1970 Umzug in sein neues Atelier am Chamissoplatz 8, Anschluss an die Ladengalerie, Freundschaft mit Johannes Grützke und Matthias Köppel, Mitglied der Gruppe »Malerpoeten« | 1976 kauft er einen Bauernhof in Berlin-Kladow | 1978 gewinnt internationalen Wettbewerb für 14 großformatige Bilder im ICC Berlin | 1981 modelliert er den großen Feuerwehrbrunnen am Mariannenplatz in Kreuzberg und entwirft Mosaiken für das Stadtbad im Wedding, seine neue Lebensgefährtin ist Hannelore Frisch, Reisen nach Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und die Vereinigten Staaten | seit 1986 lebt er fortan einen Teil des Jahres in Portugal an der Algarve in Montes de Cima | 1990 Erwerb eines alten Barockensembles in Bergsdorf im brandenburgischen Landkreis Oberhavel, das er zum Museum umbaut | 1995 Heirat mit seiner Spätverlobten Hannelore Frisch | am 16. April 2006 stirbt Kurt Mühlenhaupt in seinem Haus in Bergsdorf im Alter von 85 Jahren | seit 2018 ist, auf Beschluss des Berliner Senats, die von ihm selbst entworfene letzte Ruhestätte auf dem Bethlehemsfriedhof am Hallischen Tor Ehrengrab des Landes Berlin

»Wir haben die Einladung für diese Ausstellung in Hoppegarten angenommen, weil…

…Kurt Mühlenhaupt nie in einem Elfenbeinturm leben und arbeiten wollte. Seine Bilder sind Bilder der kleinen Leute, der unprätentiösen Landschaften, des einfachen Lebens der ganz normalen Menschen. Es war ihm wichtig, dass seine Bilder auch immer zu genau diesen Menschen zurückkehrten, dass er und seine Kunst immer nahbar blieben. Ihm ist dies zu Lebzeiten gelungen und die Kurt und Hannelore Mühlenhaupt Stiftung lässt dieses Erbe nun weiterleben.«

Hannelore Mühlenhaupt
Christina Schulz